ANGUSSSYTEME
Der Anguss bzw. das Angusssystem dient dazu, die vom Plastifizierzylinder kommende, aufgeschmolzene Formmasse aufzunehmen und in den Werkzeughohlraum zu leiten. Der Anguss, insbesondere seine Gestalt, seine Abmessung und seine Anbindung an den Spritzling, beeinflusst den Werkzeugfüllvorgang und damit weitgehend auch die Qualität eines Spritzteils. Die Auslegung nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten (z.B. schnelles Einfrieren und kurze Zyklenzeiten) steht den Qualitätsanforderungen in vielen Fällen, insbesondere bei technischen Teilen, entgegen.
Der Anguss bzw. das Angusssystem besteht in der Regel aus mehreren Segmenten. Dies wird besonders deutlich bei Mehrfachwerkzeugen. Das Angusssystem besteht aus:
- dem Angusskegel, auch Angusszapfen oder Angussstange genannt
- dem oder den Angusskanälen, auch Angussspinne oder Angussverteiler genannt
- und dem Angusssteg, dessen Querschnitt am Eintritt in das Formnest "Anschnitt" genannt wird (DIN 24450). Gebräuchlich ist dafür auch die Bezeichnung Anbindung.
Der Angusskegel übernimmt die plastische Formmasse unmittelbar von der Düse, die den Plastifizierzylinder abschließt, und führt sie auf die Werkzeugebene, auf der er im allgemeinen senkrecht steht. Bei Einfachwerkzeugen bildet er vielfach allein das gesamte Angusssystem. Man spricht dann vom sogenannten Stangenguss.
Der Angusskanal ist der Teil des Angusssystems, der den Angusskegel mit dem oder den Angussstegen verbindet, Seine wesentliche Aufgabe besteht also, insbesonders bei Mehrfachwerkzeugen, darin, die Schmelze zu verteilen, und zwar derart, dass Material gleichen Zustands (gleicher Druck und gleiche Temperatur) gleichzeitig die Werkzeughohlräume füllt.
Angussarten:
- Stangen- oder Kegelanguss
- Band- oder Filmanguss
- Schirmanguss
- Ringanguss
- Tunnelanguss

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Formenbau aus der freien
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